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Obwohl Albert ein klitzekleines bisschen enttäuscht war, dass er Herold nicht begleiten durfte, entschied er sich, alleine ins Motley zu gehen und ein paar Krebse kennen zu lernen.
Er hatte sich eingeprägt, dass Krebse in Wassernähe auf der ganzen Welt leben können.
Albert wollte schon immer gerne einmal nach Amerika reisen und er konnte sich noch gut daran erinnern, dass es in Florida schön warm ist und es dort viele, exotische Pflanzen gibt.
Ausserdem gab es dort auch eine Menge Wasser. Albert schloss seine Augen und bevor er sie wieder öffnen konnte, hörte er schon das Rauschen des Ozeans.
Albert wusste noch, dass Krebse gerne in felsigen, kleinen Höhlen wohnen, oder sich unter Pflanzen, Steinen und im Sand oder Schlamm verstecken.
Er sah sich um und fand ein paar kleine Tümpel in der Nähe des felsigen Ufers.
Zielstrebig ging er auf sie zu und hockte sich hin, um die Tümpel besser beobachten zu können.
Es schien allerdings so, als ob sie nur mit Wasser und stinken dem Seetang gefüllt waren.
Albert war gerade dabei, aufzustehen und weiterzugehen, als sich plötzlich etwas zwischen den Felsen bewegte. Er schaute sich den Felsen genau an und sagte: „Hallo, wohnt hier irgendein Krebs?“
Er wartete ganz still auf eine Antwort. Als er schon dachte, dass er sich wohl getäuscht hätte, hörte er: „Ja, ein Krebs wohnt hier. Wer bist du denn?“
„Ich heisse Albert, und ich weiss ganz viel über Krebse.
Wo ich herkomme, ist das Wetter momentan ziemlich bescheiden, daher dachte ich mir, ein sonniges Plätzchen wie hier wäre toll für ein Abenteuer, und ich könnte echte Krebse treffen.“
„Was bist du?“ fragte der Krebs. „Äh, du meinst mich?“ sagte Albert. „Ich bin ein Junge und ich muss eine ganz knifflige Aufgabe lösen.
Ich muss meinem Freund Herold, dem Igel, helfen, ganz viele unter schiedliche Kreaturen zu treffen und sie dann einzuladen, damit sie sich mit uns während Vollmondnächten im geheimen Motley treffen können.“
„Freut mich, deine Bekanntschaft zu machen. Ich bin Otto“, sagte der Krebs.
„Kann ich dir bei deiner Mission irgendwie behilflich sein?“
„Normalerweise erzählen mir die Tiere, die ich so treffe, etwas über ihr Leben und ihre Gewohnheiten oder eine coole Geschichte.
Irgend etwas Besonderes was sie erlebt haben und gerne weiter erzählen möchten,“ sagte Albert.
„Ich kann dir viele Geschichten erzählen. Was für einen Art von Geschichte möchtest du denn gerne hören?“ fragte Otto. „Hm, ich weiss nicht recht. Welche Geschichte findest du denn am Besten?“ fragte Albert.
„Meine Lieblingsgeschichte ist die von meiner Freundin Lina, der Delfinin, und wie ich sie getroffen habe“, sagte Otto und begann sofort, die Geschichte zu erzählen.
„Eines Morgens sass ich auf einem Felsen und schaute aufs Meer hinaus.
Ich sah ein paar Delfine, die etwas Langes und glibschig aussehendes in die Luft schleuderten.
Ich beobachtete sie eine Weile und hab dann gesehen, dass es eine alte Fischerleine oder ein Tau von einem Boot war.
Irgendwann fand ich es zu langweilig weiter zu zuschauen und bin dann ins Wasser gegangen, um ein paar Algen zu suchen. Kurz nachdem ich abgetaucht war, hörte ich ein schrilles, pfeifendes Geräusch.
Irgendwie klang es als ob jemand recht verzweifelt war.
Ich sah mich um, konnte aber erst einmal nicht ausmachen, woher das Geräusch kam.
Das Pfeifen klang immer verzweifelter und ich begann auf dem Meeresgrund vorwärts zu krabbeln um zu sehen, wo der ganze Tumult her kam.
Dann sah ich plötzlich, wie sich einer der Delfine in der Fischerleine, mit der die Delfine vorher so viel Spass hatten, verheddert hatte.
Delfine müssen an die Oberfläche schwimmen um zu atmen.
Daher wusste ich, dass ich irgendetwas unternehmen musste um den Delfin zu befreien – und zwar schnell!
Der Delfin war ein weibliches Junges und sie hatte anscheinend noch nicht genug Erfahrung mit Spielsachen wie Leinen und wie gefährlich so was enden kann.
Die anderen Delfine versuchten, sie an die Oberfläche zu ziehen.
Sie flutschte aber immer wieder aus ihrem Halt und sank nach unten, Richtung Meeresgrund.
Ich trippelte so schnell ich konnte zu ihr. Glücklicherweise war der Meeresgrund sandig und ich kam gut voran.
Als ich die kleine Delfinin endlich erreichte, habe ich meine Scheren benutzt, um die Leine durchzuschneiden und sie zu befreien.
Kaum war die Leine los, schoss die Delfinin an die Wasseroberfläche und atmete tief ein.
Ich brauchte eine Weile bis ich selber wieder am Ufer war. Als ich es mir auf meinem Lieblingsfelsen gemütlich machen wollte, warteten die Delfine schon auf mich und riefen vom Wasser aus, dass sie mir gar nicht genug für meine Tat danken könnten.
Die junge Delfinin stellte sich vor und sagte, dass ihr Name Lina sei. Ausserdem wollte sie wissen, was sie für mich tun könnte, da ich ihr Leben gerettet hatte.
Mir fiel partout nichts ein, aber ich beruhigte sie und sagte, dass ich bestimmt irgendwann eine Idee hätte.
Seit diesem Treffen sind Lina und ich Freunde und jeden Tag suchen wir jetzt das Ufer und das Meer nach gefährlichen Gegenständen ab, damit sich keine Vögel oder Wassertiere mit Scherben schneiden oder in Seile verheddern.
Wenn wir irgendetwas Gefährliches finden, bringen wir es weit weg. Es soll ja schliesslich keine weiteren Unfälle geben.“
„Wie grossartig, ich wusste gar nicht, dass deine Scheren so scharf sind“, sagte Albert.
„Ach herrje, ich sehe gerade, dass es schon recht spät ist.
Leider muss ich zum Abendessen nach Hause. Ich würde mich aber riesig freuen, wenn wir uns bald wieder treffen könnten.“
Daraufhin gab Albert genaue Anweisungen, wie Otto die Motlies während Vollmondnächten treffen kann.
Dann streckte er ganz vorsichtig einen Finger aus, und schüttelte Ottos Scherenarm.
Albert verabschiedete sich und schloss seine Augen. Bevor er sich versah, war er wieder zu Hause.
Er konnte es kaum abwarten, Herold von seiner erfolgreichen Mission zu berichten, aber Herold schien immer noch unterwegs zu sein.
Ottos Geschichte würde also warten müssen, denn Albert flitzte nach Hause um rechtzeitig zum Essen da zu sein.
Unsere nächste Geschichte wird eine echte Osterüberraschung…







