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Aus der Rentierherde kam ein sehr altes Rentier in den Vordergrund.
Es musterte alle amüsiert mit hochgezogener Braue und sagte: «So, Albert, du hast bereits unseren Henry kennengelernt!
Du musst wissen, dass Henry der Cousin dritten Grades von Rudolph, dem weltberühmten rotnasigen Rentier, ist. Und auch Henry ist ein ganz besonderes Rentier. Es gab eine Zeit, da konnte er nämlich nur auf dem Rücken fliegen, jawohl!»
Den Weihnachtsmann konnte er damit allerdings am Anfang nur mässig beeindrucken, weil er regelmässig alle Pakete und Päckchen verlor, die die Elfen vorher exakt und akribisch im Schlitten aufgestapelt hatten.
Nach einer Weile hatten Henry und der Weihnachtsmann aber einen brillanten Einfall:
Sie entwickelten eine neue Schlitten-Belade-Technik und erfanden eine effektive Auslieferungsmethode.
Die Geschenke würden einfach in die Schornsteine der Häuser aller braven Kinder fallen!
Henry und der Weihnachtsmann flogen einfach verkehrt herum über die Schornsteine und liessen die Geschenke einfach runter plumpsen.
Das war ein viel schnellerer Arbeitsablauf als bisher, und der Weihnachtsmann musste nicht mehr die Schornsteine selber runter klettern.
Er war schliesslich auch nicht mehr der Jüngste und hatte seit geraumer Zeit mit Rückenschmerzen und ein paar Kilo zu viel zu kämpfen, letzteres Dank der leckeren Speisen, die Frau Weihnachtsmann immer zubereitete.
Mit dieser neuen Geschenk-Auslieferung waren alle glücklich und zufrieden und der Weihnachtsmann schaffte es sogar ein klitzekleines bisschen früher als die Jahre zuvor, gemeinsam mit seiner Frau zuhause das köstliche Festtagsessen zu geniessen!» schloss das alte Rentier ab.
Die Rentiere und Albert klatschten begeistert Beifall. Was für eine Geschichte!
Albert wollte wissen, ob das jedes Jahr so funktionierte: «Oh, nein, selbstverständlich nicht», antwortete das alte Rentier.
«Henry präsentiert uns fast jährlich kurz vor Weihnachten seinen allerneusten Trick. Das macht es jedes Jahr aufs Neue spannend!»
Albert lief zu Henry und bat ihn, sich beim nächsten Vollmond wiederzusehen und unbedingt den anderen Tieren seine Weihnachtsgeschichte zu erzählen.
Henry lachte; er war Feuer und Flamme für die nächste Vollmondreise und freute sich darauf, seinen neuen Freund möglichst bald wieder zu sehen.
Albert gab Henry die speziellen, geheimen Instruktionen, um ihn beim nächsten Vollmond im Motley treffen zu können. Alle Rentiere verabschiedeten sich von Albert und wünschten ihm eine gute Heimreise.
Albert schloss seine Augen und bevor er sich versah, war er schon wieder daheim.
Herold wartete in der Nähe des Motley und lächelte, als er Albert sah. Es gab so viele aufregende Geschichten zu berichten, dass Albert fast vergass zu atmen, als er von seiner Zeit in der Tundra berichtete.
Beide Freunde waren auf das erste Vollmondtreffen gespannt und Herold freute sich schon, Henry kennen zu lernen, der ein besonders interessanter Charakter zu sein schien.
… weiter geht’s mit dem ersten Vollmondtreffen.





